Die Zahlen der Selbstmorde unter indischen Kleinbauern, besonders in den Bundesstaaten Andhra Pradesh, Maharashtra, Karnataka, Kerala und Punjab nehmen erschreckende Ausmaße an. Zwischen 1997 und 2007 nahmen sich laut offizieller Stellen schätzungsweise 180.000 Bauern das Leben; die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Der Grund für die Suizide ist eine Spirale der Überschuldung, die mit dem Kauf eines teureren, genmanipulierten Saatguts beginnt. Durch die verstärkte Benutzung von Pestiziden und Kunstdüngern werden viele Ernten ruiniert und der Boden Jahr für Jahr immer unfruchtbarer. Für ausfallende Ernten werden die Bauern nicht entschädigt und müssen deshalb oft Kredite bei privaten Geldverleihern aufnehmen, um noch mehr Saatgut, Dünger und Pestizide kaufen zu können. Wer diesem stetig steigenden Druck nicht standhält, wird oft depressiv, labil und trinkt irgendwann selbst aus dem Pestizidkanister. Den Hinterbliebenen zahlt die indische Regierung dann eine Unterstützung von rund 90.000 Rupien (ca. 2.000 US-Dollar), während der lebende Bauer ungefähr 60 Dollar im Jahr und pro Hektar verdient. Nur ein toter Bauer ist ein nützlicher Bauer, denn das Land, das ihm gehörte, kann nach seinem Tod wesentlich leichter an Großgrundbesitzer und panindische beziehungsweise international agierende Agrarunternehmen verkauft werden. Soweit die nüchterne Realität in der viel gerühmten größten Demokratie der Welt.
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