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19. Dezember 2005. Fotostrecken: Südasien - Politik & Recht Südasien im Wandel

Südasien im Wandel

In Südasien sind Vorstellungen von Nation umstritten. Ist Südasien die Heimat des Hinduismus? Wie wird der Islam in Südasien konzipiert? Ist Südasien eine Ansammlung von Gemeinschaften und Regionen?

Diese und andere Fragen werden kontrovers diskutiert und an symbolhaften Orten ausgetragen. Oftmals im Konflikt. Hierbei stellen Parteien die wichtigsten Organisationen dar. Zu Zeiten der Unabhängigkeit im Jahre 1947 sind dies der Kongreß und die Muslim Liga. British-India wird in Indien und Pakistan geteilt. Im Indien der 1990er Jahre wird die Bharatiya Janata Party zur wichtigsten politischen Kraft. Die Bharat Mata-Tempel von Varanasi und Haridwar zeigen Gemeinsamkeiten und Grundsätzliches von Kongreß und Bharatiya Janata Party an. Das Gemeinsame bereitet den Weg zur Teilung Indiens und zur Gründung Pakistans im Jahre 1947. Das grundsätzlich Verschiedene führt zu Zusammenstössen und Konflikten, u.a. in Ayodhya, Varanasi, Mathura und New Delhi. Diese Fotoserie umfasst 26 Bilder zu dieser Thematik.

Miniaturen

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Manzilgah-Moschee

Manzilgah-Moschee

Beschreibung: Sukkur im ungeteilten Indien (Sindh) im Dezember 1939. Bild-Quelle: AICC Papers, Nehru Memorial Library New Delhi Grundsätzliche politische Machtkämpfe werden in Südasien an religiösen Stätten ausgetragen. Mit Beginn des Freiheitskampfes greift die Muslim Liga Sindhs im Jahre 1939/40 die Frage der Manzilgah-Moschee in Sukkur auf, besetzt das Gebäude und fordert von der Regierung die Aufnahme des regulären muslimischen Gebetsdienstes. Durch die unmittelbare Nähe der Moschee zum im Bildhintergrund sichtbaren Hindu-Pilgerzentrum wollte die Muslim Liga provozieren. Damit leitete sie im November 1939 ihren Aufstieg zur Regierungspartei in Sindh ein, als sich die in vom Kongreß unterstützte Regierung in dieser Frage als zu schwach erwies. Kurze Zeit darauf, im Februar 1940, beschließt die Muslim Liga ihre Kampagne zur Schaffung Pakistans. - Bilderinfos: Manzilgah-Moschee

Hindu-Pilgerzentrum in Pakistan

Hindu-Pilgerzentrum in Pakistan

Beschreibung: Dezember 1999: Sukkur (Pakistan/Sindh). Die Moschee Manzilgah liegt in unmittelbarer Nähe des auf einer Insel im Indus gelegenen Hindu-Pilgerzentrums "Sadhu Belo". Die Insel der Pilgerstätte darf von ausschließlich von Hindus betreten werden bzw. nur mit Erlaubnis. - Bilderinfos: Hindu-Pilgerzentrum in Pakistan

Imagining India I: Bharat Mata Mandir á la Congress

Imagining India I: Bharat Mata Mandir á la Congress

Beschreibung: Varanasi (Uttar Pradesh, Indien). Im Oktober 1936 wird der Bharat Mata Mandir nach hinduistischen Riten von Mahatma Gandhi geweiht. Der Tempel war eine Idee des lokalen Kongreßführers, Shiv Prasad Gupta, im Jahre 1913, als er auf dem Wege von der Jahrestagung des Kongreß in Karachi in Poona Halt gemacht hatte. In dem heute ein wenig in Vergessenheit geratenen Tempel findet sich anstelle einer Gottheit ein überdimensionales Relief Indiens. - Bilderinfos: Imagining India I: Bharat Mata Mandir á la Congress

Imagining India II: Bharat Mata Mandir á la Congress

Imagining India II: Bharat Mata Mandir á la Congress

Beschreibung: Februar 1994: Varanasi (Uttar Pradesh, Indien). Von 1918 bis 1923/4 dauerten die Arbeiten an dem aus Marmor gefertigten Relief Indiens im Bharat Mata Mandir von Benares an, die unter Leitung von Durga Prasad geführt wurden. Die folgenden Worte des Biografen von Mahatma Gandhi machen die nationalistischen Vorstellungen des Kongreß in diesem Tempel anschaulich: "Es ist diese Mutter Erde, zu deren Dienst und Anbetung wir uns heute verpflichtet fühlen. Diese Mutter ... fordert eine lebenslange Hingabe" (D.G. Tendulkar). - Bilderinfos: Imagining India II: Bharat Mata Mandir á la Congress

Imagining India III: Bharat Mata Mandir á la Vishva Hindu Parishad

Imagining India III: Bharat Mata Mandir á la Vishva Hindu Parishad

Beschreibung: In den 1980er Jahren läßt der der Vishva Hindu Parishad (VHP) nahe stehende Swami Satyamitranand Giri in Haridwar ein Bharat Mata Mandir errichten. In dem Gebäude werden u.a. die Mutter Indien und Gott Shiva als oberste Gottheit angebetet. Der Tempel wurde am 15. Mai 1983 von der ehemaligen Premierministerin Indira Gandhi eröffnet, womit eine zunehmende Akzeptanz hindu-nationalistischer Sichtweisen in der Gesellschaft demonstriert wurde. - Bilderinfos: Imagining India III: Bharat Mata Mandir á la Vishva Hindu Parishad

Verhaftung von L. K. Advani

Verhaftung von L. K. Advani

Beschreibung: Angestellte von zentralen Regierungsbehörden Delhis diskutieren aufgeregt die Verhaftung des Vorsitzenden der Bharatiya Janata Party (BJP), L. K. Advani: Dieser hatte sich auf der (mittlerweile) legendären "Rath Yatra" befunden, die ihn zum Baubeginn des Rama-Tempels am 30. Oktober nach Ayodhya führen sollte. Die Rath Yatra galt als offene Konfrontation der BJP gegen den bislang geltenden, vor allem vom Kongreß getragenen gesellschaftlichen Konsens. In Samastipur (Bihar) war die Kampagne der BJP von der Regierung schließlich gestoppt worden. Premierminister V.P. Singh hatte tags zuvor im Fernsehen erklärt, dass "in diesen wenigen Augenblicken die Geschichte Indiens geschrieben wird." - Bilderinfos: Verhaftung von L. K. Advani

Auf nach Ayodhya

Auf nach Ayodhya

Beschreibung: Die Ayodhya-Kampagne der BJP und des VHP befindet sich weiter im Aufwind. Auch zwei Monate nach dem ersten Zusammenstoss zwischen Regierung und (nicht verhafteten) BJP-Anhängern in Ayodhya wird zum Bau des Rama-Tempel aufgerufen. Hier ist ein Aufsteller vor dem Palast des Maharajas in Jaipur, der Hauptstadt Rajasthans. - Bilderinfos: Auf nach Ayodhya

Wahlen in bewegten Zeiten

Wahlen in bewegten Zeiten

Beschreibung: Im prominenten Wahlkreis von New Delhi waren Nachwahlen notwendig geworden, nachdem der Oppositionsführer Lal Krishna Advani ihn geräumt hatte. L. K. Advani hatte in den Wahlen von 1991 auch den Wahlkreis von Gandhinagar gewonnen. Die Nachwahlen wurden zu einem Kräftemessen zwischen Kongreßregierung und der oppositionellen BJP. Beide Parteien schickten ehemalige Schauspieler ins Feld, Rajesh Khanna und Shatrughana Sinha. Rajesh Khanna (Kongreß) gewann schließlich und nahm der BJP diesen Wahlkreis ab. Der Kongreß wähnte sich sicher. Doch bereits sechs Monate später holte die BJP mit der Zerstörung der Babri-Moschee von Ayodhya zum Gegenschlag aus. - Bilderinfos: Wahlen in bewegten Zeiten

Die Babri-Moschee von Ayodhya

Die Babri-Moschee von Ayodhya

Beschreibung: Die Babri-Moschee sechs Monate vor ihrer gewaltsamen Zerstörung durch Anhänger des VHP und der Rashtriya Svayamsevak Sangh (RSS). Diese Moschee wurde zum Ort eines der größten innergesellschaftlichen Konflikte Indiens. Der Legende nach soll hier der Geburtsort Gott Rams sein. Vor der Errichtung der Moschee im Jahre 1528 soll hier darüber hinaus ein Tempel gestanden haben. Im Jahre 1949 plazieren Anhänger der Hindu Mahasabha Idole von Ram und Sita in der Moschee. Seitdem steht das Gebäude unter einstweiliger Anordnung, wobei Muslimen der Zutritt verwehrt wird. Hindu-nationalistische Organisationen wie VHP und RSS greifen in den 1980er Jahren das Thema wieder auf und fordern die Errichtung eines Tempels an dieser Stelle. - Bilderinfos: Die Babri-Moschee von Ayodhya

Die Babri-Moschee von Ayodhya II

Die Babri-Moschee von Ayodhya II

Beschreibung: 2005-12-19 12:00:17 Der Countdown gegen die Babri-Moschee läuft: Die BJP-Regierung des Unionsstaates unter Chefminister Kalyan Singh läßt das Land vor der Moschee einebnen und unterläuft somit gerichtliche Anordnungen. - Bilderinfos: Die Babri-Moschee von Ayodhya II

Genau hier wird der Tempel gebaut werden!

Genau hier wird der Tempel gebaut werden!

Beschreibung: Das Gelände der ehemaligen Babri-Moschee (nun) nach der Zerstörung der Moschee am 6.Dezember 1992 durch Anhänger der RSS, VHP, BJP und Shiv Sena. Jetzt befindet sich an dem angeblichen Geburtsort von Gott Ram ein provisorischer Schrein. - Bilderinfos: Genau hier wird der Tempel gebaut werden!

Gott Ram als Graffiti

Gott Ram als Graffiti

Beschreibung: Anhänger der BJP und VHP hinterliessen während ihrer Belagerung Ayodhyas im Dezember 1992 an den Hauswänden der Stadt ihre Spuren. - Bilderinfos: Gott Ram als Graffiti

Wiederaufbau der Babri-Moschee

Wiederaufbau der Babri-Moschee

Beschreibung: Muslime fordern, wie hier an den Toren zur Jama-Masjid in Old Delhi, den Wiederaufbau der zerstörten Babri-Moschee. - Bilderinfos: Wiederaufbau der Babri-Moschee

Kommunalistische Übergriffe

Kommunalistische Übergriffe

Beschreibung: Indien muß auch mit Unruhen und Übergriffen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen verbunden werden. Im Jahre 1987 kommt es in Meerut (Uttar Pradesh) zu schweren Unruhen gegen Muslime. Die Rolle der Polizeikräfte wird wegen ihres unparteiischen Handelns in Frage gestellt. Hier wird auf einem Schild an den Toren zur Jama-Masjid von Old Delhi die Aufklärung der Ereignisse gefordert. Im Jahre 1993 muß diese Forderung im Zuge der Ausschreitungen in Bombay erneut gestellt werden, ebenso 2002 in Gujarat. - Bilderinfos: Kommunalistische Übergriffe

Multan (Pakistan)

Multan (Pakistan)

Beschreibung: Nach der Zerstörung der Moschee in Ayodhya wurden im benachbarten Pakistan und Bangladesch Tempel niedergerissen. - Bilderinfos: Multan (Pakistan)

Mathura - Konflikt Nr. II

Mathura - Konflikt Nr. II

Beschreibung: Auch am angeblichen Geburtsort Krishnas - in Mathura in Uttar Pradesh - droht ein Konflikt mit dem VHP. An der Rückseite des legendären Geburtsortes steht die Shahi Idgah-Moschee. Im Jahre 1968 regelten die Repräsentanten beider Gebetsstätten die gegenseitigen Gebietsansprüche und den ungehinderten Zugang in einem Abkommen.