Inhalt

Schriftenreihe

15. Februar 2008. Südasien-Informationen Nr. 14: Südasien | Kunst & Kultur Film in Südasien

Die Begeisterung für indische Filme ist hierzulande in den letzten Jahren enorm gewachsen. Ob im Fernsehen zur Prime Time oder im Rahmen von Filmfestivals - indische Filme sind so präsent wie nie zuvor. Obwohl längst nicht alle Filme, die hier unter dem Label "Bollywood" vermarktet werden, tatsächlich aus der Filmmetropole Bombay stammen, konzentriert sich die Aufmerksamkeit bislang so stark auf das "südasiatische Hollywood", dass es zum Synonym für indisches Kino schlechthin geworden ist. Allerdings täuscht dies über die tatsächliche Vielfalt der indischen Filmlandschaft hinweg, denn das indische Kino ist so vielsprachig wie das Land selbst. So gibt es "jenseits von Bollywood" noch viel zu entdecken. Sich diesem Facettenreichtum anzunähern - und dabei auch einen Blick über die Grenzen Indiens hinaus zu wagen - ist das Ziel des Dossiers "Film in Südasien". Neun Beiträge beleuchten verschiedene Aspekte dieser großen Thematik und beziehen sich dabei auf unterschiedliche Epochen in der südasiatischen Filmgeschichte. [mehr ... zu: Film in Südasien]

12. Oktober 2007. Südasien-Informationen Nr. 13: Indien | Kunst & Kultur Bestandsaufnahme eines Missvergnügungsreisenden

Nachdem Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg das Interesse der deutschen Literatur an Indien hatten erlahmen lassen, wandte sich in den 1970er Jahren mit Günter Grass erneut ein bedeutender und international bekannter Schriftsteller ausführlich dem Thema Indien zu. Seine drei sehr unterschiedlich verlaufenen Indien-Besuche verarbeitete der Schriftsteller in den Romanen "Der Butt" und "Kopfgeburten" sowie in dem Reisebericht "Zunge zeigen". Gregor Neumann geht der Frage nach, welche Motivationen Grass zur literarischen Thematisierung Indiens angeregt haben. Wie erlebte der Schriftsteller Indien, welches Indienbild vermittelt er, und was mögen seine Intentionen hierfür gewesen sein? [mehr ... zu: Bestandsaufnahme eines Missvergnügungsreisenden]

11. Januar 2007. Südasien-Informationen Nr. 12: Südasien | Geschichte & Religion Empire and the Invention of a New Femininity

In ihrem Beitrag über das britische Empire und die Erfindung einer neuen Weiblichkeit in Indien und Europa in der zweiten Hälfte des 19. Jh. vergleicht Melitta Waligora einige grundlegende Punkte, wie die Idee der Häuslichkeit und die Beziehung zwischen der öffentlichen und privaten Sphäre in den Gesellschaften des kolonialen Bengalen und in Europa. Dabei geht es ihr insbesondere darum zu zeigen, wie groß der Einfluss der Kolonialmacht auf die sozialen und Denksysteme der kolonialen Gesellschaft war. Sie zeigt in diesem Artikel, wie entscheidend der neue, moderne Geist der Häuslichkeit die Ansichten und Lebensführung von Frauen und Männern in der entstehenden Mittelschicht Bengalens prägte. [mehr ... zu: Empire and the Invention of a New Femininity]

15. Juni 2006. Südasien-Informationen Nr. 11: Indien | Natur & Umwelt 20 Jahre Widerstand gegen das Narmada-Projekt in Indien

Staudämme galten im postkolonialen Indien als wichtiges Symbol für technischen Fortschritt und die Modernisierung des Landes. Trotz aller unbestrittenen Erfolge blieb der Staudammbau immer aber auch ein kontrovers diskutiertes Thema. Die Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und -gegnern nahm an Schärfe zu, als die Weltbank einen Kredit über 450 Mio. US-Dollar für den Bau eines Megastaudammprojekts am Narmada-Fluss zusagte. Die Protestbewegung fand bald die Unterstützung einer Reihe bekannter Persönlichkeiten, was das Narmada-Projekt auch international bekannt machte. "Narmada" wurde zu einem Schlagwort in der Debatte um den zukünftigen Entwicklungsweg Indiens und zu einem Symbol des transnationalen Widerstands gegen das seit den 1960er Jahren geplante Modernisierungsprojekt. Christoph Dittrich zieht Bilanz nach 20 Jahren Protestbewegung. [mehr ... zu: 20 Jahre Widerstand gegen das Narmada-Projekt in Indien]

15. Dezember 2005. Südasien-Informationen Nr. 10: Indien | Wirtschaft & Soziales Ernährungssicherung in Indien

Indien ist ein Land, das gemeinhin mit Hunger und Elend in Verbindung gebracht wird. Und tatsächlich ist es das Land mit den meisten Unterernährten und Armen auf der Welt - in absoluten Zahlen gesehen. Die schillernde Welt der IT-Technik und das von der im Jahre 2004 abgewählten Koalition unter der Führung der hindunationalistischen Bharatiya Janata Party ausgerufene "Shining India" bilden Kontraste zum darbenden Indien, die größer nicht sein könnten. In ihrem 10. Fünfjahresplan verkündete die Indische Planungskommission, dass Indien ein Übermaß an Reis und Weizen in den staatlichen Lagerhallen unterhält, während gleichzeitig Hunger und Mangelernährung existieren. Der Beitrag von Jona Aravind Dohrmann gibt eine Übersicht über die Ernährungssituation in Indien, damit nachvollziehbar wird, wie es zu dieser Diskrepanz zwischen dem Übermaß an Grundnahrungsmitteln und der gleichzeitigen Unterernährung einer großen Anzahl von Menschen kommen kann. [mehr ... zu: Ernährungssicherung in Indien]

15. Oktober 2005. Südasien-Informationen Nr. 9: Indien | Wirtschaft & Soziales Die "revolutionäre" Expansion des indischen Zeitungssektors

In vielen Ländern der Welt haben die Printmedien seit dem Siegeszug der audiovisuellen, elektronischen Medien, allen voran des Fernsehens, einen schweren Stand. Die Anzeigenmärkte sind so stark umkämpft wie nie zuvor und die Aufmerksamkeit des Publikums gilt als rar werdendes Gut. Anders verhält es sich dagegen in Indien, wo zeitgleich zur beginnenden Ausbreitung des Fernsehens Anfang der 1980er Jahre ein Presseboom einsetzte, den Robin Jeffrey als „Zeitungsrevolution“ bezeichnet hat. Damit bezieht er sich in erster Linie auf den beispiellosen Boom der indischsprachigen Presse, denn obwohl die englischsprachige Presse ebenfalls von dieser Entwicklung profitiert - und Indien inzwischen der weltweit größte Markt für englischsprachige Printmedien ist -, ist sie längst von der Hindi-Presse überholt worden. Nadja-Christina Schneider beschreibt die wichtigsten Phasen in der Entwicklung der indischen Presse von ihren Anfängen im 19. Jh. bis zur Unabhängigkeit 1947 und beschreibt darauf aufbauend die signifikanten Veränderungen, die der indische Pressesektor insbesondere in den vergangenen drei Jahrzehnten erfahren hat. Hierfür werden die indische Presse bzw. die dahinter stehenden Unternehmen im Hinblick auf ihre enge Kooperation mit anderen Medien wie dem Fernsehen, Radio und Internet untersucht. Abschließend erfolgt eine Einschätzung ihrer gegenwärtigen Rolle und Bedeutung für das indische Mediensystem. [mehr ... zu: Die "revolutionäre" Expansion des indischen Zeitungssektors]

15. September 2005. Südasien-Informationen Nr. 8: Indien | Politik & Recht Menschenrechte in Indien

Die Menschenrechte erheben universellen Geltungsanspruch. Doch die Interpretation und jeweilige Ausgestaltung dieser Rechte sind zum Großteil Aufgabe der einzelnen Vertragsstaaten selbst. Indien hat sich mit der Unterzeichnung der beiden Menschenrechtspakte – dem Zivilpakt und dem Sozialpakt von 1976 – zu den jeweiligen Rechten bekannt. Im weitesten Sinne sollen die Menschenrechte nicht nur die Bürger gegen willkürliches staatliches Handeln schützen, sondern auch den Staat in die Pflicht nehmen, bestimmte menschenrechtliche Mindeststandards zu garantieren. Inwieweit Indien seiner Verpflichtungen nachkommt und die Menschenrechte tatsächlich umsetzt, diskutiert dieser Themenschwerpunkt. Dabei stellt sich einerseits die Frage, wie sich die Menschenrechte im kulturell heterogenen Indien inhaltlich bestimmen lassen, und andererseits, inwieweit die (westliche) Idee universeller Menschenrechte als geeignete Grundlage für den Diskurs und den Kampf für ein menschenwürdiges Leben dienen können. Neben einer allgemeinen Einführung in die Menschenrechtsthematik auf internationaler Ebene und einer speziellen Darstellung der Menschenrechte in Indien werden in den Beiträgen einzelne Rechte ausführlicher dargestellt. Darüber hinaus werden auch Verletzungen von Menschenrechten, sowie positive Beispiele, bei denen Indien als Vorbild dient, thematisiert. [mehr ... zu: Menschenrechte in Indien]

15. Dezember 2004. Südasien-Informationen Nr. 7: Südasien | Politik & Recht Zwischen Krieg und Frieden

Gewalt und Krieg dominieren die Nachrichten, die uns aus Südasien erreichen. Auch wenn dies einer Konzentration auf das Spektakuläre geschuldet ist, die nach dem Motto "only bad news are good news" weitgehend ignorant gegenüber zahllosen Beispielen friedlicher Streitkultur ist, ist es doch Indikator dafür, wie spannungsgeladen viele Konflikte in der Region sind. Jede Gesellschaft kennt Streit um Ressourcen wie Land oder Wasser, Konkurrenz um den Zugang zu Ämtern und Märkten, Kämpfe um Symbole, Deutungshoheit und Macht. Eine gewaltsame Eskalation ist aber eher die Ausnahme als die Regel. Warum Menschen in Konflikten zu den Waffen greifen, und warum es so schwer scheint, sie wieder niederzulegen, sind die Leitfragen dieser Sammlung von Beiträgen, die ausgewählte Konflikte in Südasien aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. [mehr ... zu: Zwischen Krieg und Frieden]

20. Juli 2004. Südasien-Informationen Nr. 6: Indien | Politik & Recht Wahlverwandtschaften

Während der Wahlen zum indischen Unterhaus 1999 geriet ein weitgehend unbekannter Wahlkreis, Bellary im Bundesstaat Karnataka, unerwartet ins Rampenlicht, als die Congress-Präsidentin Sonia Gandhi dort überraschend kandidierte. Als Gegenkandidatin stellte die BJP ihre hochrangige, aus Nordindien stammende Politikerin Sushma Swaraj auf. Swaraj führte den Wahlkampf unter dem Leitmotiv "swadeshi beti" (einheimische Tochter) vs. "videshi bahu" (ausländische Schwiegertochter). Was bezweckte Sushma Swaraj, indem sie sich als "swadeshi beti" darstellte? Welchen Vorteil versprach sie sich dadurch? Was bedeuten die beiden Kategorien "Tochter" und "Schwiegertochter", die im Wahlkampf so eine zentrale Rolle spielten? Welche Implikationen sind überhaupt mit "beti" und "bahu" im verwandtschaftlichen Diskurs verbunden? Der Beitrag von Uwe Skoda untersucht die Semantik beider Kategorien im Kontext der Verwandtschaft sowie ihren Einsatz im politischen Diskurs. Dabei spürt er dynastischen Tendenzen nach, die weit über die Nehru-Gandhi-Familie hinausgehen. [mehr ... zu: Wahlverwandtschaften]

23. Mai 2004. Südasien-Informationen Nr. 5: Indien | Politik & Recht Großmacht im Wartestand?

Aus der Reihe der asiatischen Staaten hat in den vergangenen Jahren vor allem die Indische Union an Profil gewonnen. In den neunziger Jahren ist eine deutliche Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu den USA zu verzeichnen und auch das Verhältnis zur Volksrepublik China hat sich deutlich gebessert. Damit stellt sich die Frage, ob die Indische Union auch als Großmacht im internationalen System des 21. Jahrhunderts gelten kann? Der Beitrag von Christian Wagner grenzt zunächst die Begrifflichkeiten voneinander ab, um anschließend die indischen Großmachtambitionen anhand der Kategorienpaare Identität und Ressourcen sowie Institutionen und Interaktion zu erörtern. [mehr ... zu: Großmacht im Wartestand?]

  |<   <   1   2   >   >|