Wer heutzutage versucht, den östlichen Bundesstaat Orissa, nicht gerade im Zentrum der touristischen Landkarte Indiens, mit dem Zug oder Flugzeug zu erreichen, wird im Vergleich zu anderen Landesteilen weder mit einer besonders großen noch besonders luxuriösen Auswahl an Verkehrsverbindungen konfrontiert. Als Reisender mag man sich dabei an koloniale Zeiten erinnert fühlen, als Straßen und Eisenbahnen gebaut wurden, um primär die wichtigen, außerhalb Orissas gelegenen Zentren zu verbinden. Man wollte weniger nach Orissa, sondern vielmehr schnell und günstig durch Orissa. [1] Auch wenn sich die Dinge im Zuge der gegenwärtigen Industrialisierung, der Ansiedlung von Stahlgiganten wie Posco, Jindal oder Bushan durchaus ändern mögen, so hat eine gewisse Abgeschiedenheit doch durchaus Tradition. Über Jahrhunderte erschwerten die den jetzigen Bundesstaat weitgehend umgebenen Berge Kontakte mit anderen Regionen Indiens und trugen zu einer eigenen, in mancherlei Hinsicht eher konservativen kulturellen Formation bei. Konservativ mag man hierbei durchaus im doppelten Sinne von "orthodox" einerseits und "bewahrend" beziehungsweise "an dem Hergebrachten festhaltend" andererseits verstehen. [mehr ...
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