Über uns:
Informationen zur Website www.suedasien.info und zum Trägerverein Südasien-Informationsnetz e.V. ...
[mehr ...
]
Südasien und Südostasien :
Die benachbarten Regionen haben nicht nur eine lange gemeinsame Geschichte, sondern sind auch heute in vielerlei Hinsicht miteinander verknüpft und mit ähnlichen Entwicklungen, Herausforderungen und Problemen konfrontiert. Diese "Süd-Süd-Beziehungen" stehen im Zentrum des Themenschwerpunktes ...
[mehr ...
]
Die Spurensuche beginnt mit der 'wilden Göttin'. Sie ist es, die Leben und Fruchbarkeit schenkt, aber auch nimmt. Der große Raum im Erdgeschoss zeigt verschiedene Formen der Göttin und ihre Beziehung zum lokalen Fürsten (Raja). Es geht um königliches Ritual, göttliche Legitimation, aber auch um Trance und Heilung. Der Rundgang ist ein visuell-mediales Erlebnis mit großformatigen Photos, einem Wandelgang durch die Welt der Rajas und ihrer Rituale sowie kurzen Videosequenzen in einem Medienraum.
In den Räumen der oberen Etage folgt die Spurensuche acht Themenbereichen. Im ersten wird die für Orissa so zentrale Göttin Lakshmi vorgestellt. Sie ist zuständig für Reichtum und Fruchtbarkeit und eröffnet den Ausstellungsrundgang. Wie Lakshmi hinterlassen göttliche Manifestationen Spuren, sie markieren und strukturieren den religiös-geographischen Raum.
Jede Gottheit hat ihren Ursprung und ihre Wirkungsgeschichte. Im Lauf der Zeit formiert sich ein Kult um sie. Die Spurensuche führt weiter zu heiligen Orten, Mythen und Legenden und zeigt ihre künstlerische Umsetzung, so in der Malerei und in Palmblattarbeiten. Sie beleuchtet Gott Jagannath, der zusammen mit seinem Bruder und seiner Schwester zu den wichtigsten Schutzgottheiten Orissa zählt und zeigt sein jährliches Wagenfest mit Tausenden von Teilnehmern.
Es sind die vielen Stammesgruppen wie die Sora und Kondh, die das religiöse Leben in Orissa so einzigartig machen.
Die Spurensuche führt zu den Sora und ihrer Kommunikation mit Ahnen und Bewohnern einer jenseitigen Welt. Für die Kondh ist es die Erdgöttin, die durch ihr Selbstopfer das Leben auf Erden erst ermöglicht hat. Ihr zu Ehren werden Büffelopfer durchgeführt und Darstellungen von Menschen, Tieren und Bäumen aus Gelbguss aufgestellt. Das Göttliche findet sich auch im Menschen, und so führt die Spurensuche zu Repräsentanten von Gottheiten auf Erden, durch die sie zu den Gläubigen sprechen. Die Spurensuche endet bei der Göttin Hingula, der 'Göttin des Feuers', eine der bekanntesten Göttinnen in Orissa und eng verbunden mit dem Kohleabbau. Sie zeigt wie die heutige rasante Industrialisierung Orissas in alte religiöse Vorstellungen eingreift und Spannungen erzeugt.
Anhand von großformatigen Fotos, Videosequenzen, Bronzen, Malerei und Palmblattarbeiten werden Rituale und religiöse Ästhetik in Orissa vorgestellt.
Die Ausstellung basiert auf Forschungen, die im Rahmen eines DFG-Schwerpunktprogramms der Universität Tübingen in Orissa durchgeführt wurden.Sie wird von Dr. Cornelia Mallebrein und Prof. Dr. H. v. Stietencron mitkuratiert.
Die Ausstellung ist ferner ein Programmpunkt von "Heidelberg rituell" im Zusammenhang mit dem Sonderforschungsbereich 619 'Ritualdynamik' der Universität Heidelberg und der von ihnen ausgerichteten internationalen Konferenz "Ritual Dynamics and the Science of Ri-tual" (29.9.–2.10.2008).
Öffnungszeiten: Mi - Sa 14-18 Uhr; So & Feiertag 11-18 Uhr; Mo & Di geschlossen.
Veranstaltungsreihe: 28. September 2008 bis 01. Juni 2009