Der kleine, tibetisch-buddhistisch geprägte Himalaya-Staat macht keine Schlagzeilen in der Weltpolitik. Erst im März 2008 bescherte der König Bhutans seinen Untertanen das erste demokratisch gewählte Parlament. Mit der bald darauf verabschiedeten Verfassung wurde Bhutan zur konstitutionellen Monarchie. Unter Ökonomen erregte Bhutan vor einigen Jahren Aufmerksamkeit, als die neu gewählte Regierung beschloss, das vom aufgeklärten Monarchen befürwortete Maß für den Wohlstand des Landes in der Regierungspraxis anzuwenden: das Bruttosozialglück (gross national happiness). Bhutan sollte auf die vom Westen vorgegebenen, auf monetäre Größen fixierten Wohlstandsmaße verzichten und einen für Südasien neuen Weg gehen, nämlich den Wohlstand seiner Bürger nicht mehr am allseits kritisierten, doch immer noch völlig dominanten Bruttosozialprodukt zu messen. Das war der wichtigste Grund für die Organisatoren des international bekannten "Festival dell'Economia" in der norditalienischen Alpenstadt Trient vom 3. bis 6. Juni 2010, den Premierminister Bhutans einzuladen, der am 5. Juni einen vielbeachteten Vortrag hielt.
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